Öffnet die Europäische Zentralbank die Geldschleusen noch weiter oder schließt sie diese allmählich? Klarheit über den Kurs der Notenbank dürfte es erst Ende des Jahres geben.
Die Nullzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi ist durchaus umstritten. Nun verteidigt er sie vor dem Europa-Ausschuss des Bundestages. Und sagt, sie nütze sogar den deutschen Sparern – indirekt.
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Trotz aller Dementi: Beamte arbeiten nach Informationen der ZEIT an einem Notfallplan für das größte deutsche Geldinstitut. Auch Staatshilfen könnten gezahlt werden.
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Betrachtet Fundamentalkritik an der Riester-Rente als große Dummheit: Bernd Raffelhüschen. Foto: Raffelhüschen; Quelle: procontra-online.de
Der Volkswirt und Rentenspezialist Bernd Raffelhüschen erklärt, warum Berater fondsgebundene Riester-Versicherungen empfehlen sollten und welche Grundprobleme es mit der privaten Altersvorsorge in Deutschland gibt.
procontra: Herr Raffelhüschen, riestern Sie eigentlich?
Bernd Raffelhüschen: Mit drei Kindern? Klar.
procontra: Viele Riester-Produkte gelten als teuer und ineffizient. Haben Sie damit kein Problem?
Raffelhüschen: Es gibt ungefähr 1.500 verschiedene Riester-Produkte, von Versicherungen über Fondslösungen bis hin zu Banksparplänen. Manche bringen derzeit gute Renditen, andere nicht. Wie die Renditen in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren aussehen werden, weiß kein Mensch.
procontra: Das heißt also: Sie wissen nicht, ob sich die Sache rentiert. Arbeitgeberverbände haben sich kürzlich der Kritik an Riester angeschlossen. Sie fordern höhere staatliche Zuschüsse.
Raffelhüschen: Welche der 1500 Produkte meinen die Verbände denn? Riester heißt erst mal nur: Zuschuss plus Sonderausgabenabzug in der Einkommensteuererklärung. Alle Riester-Produkte über einen Kamm zu scheren, wäre das Dümmste, was man machen kann.
procontra: Gut, konkreter: Vor allem fondsgebundene Riester-Produkte gelten oft als deutlich zu teuer.
Raffelhüschen: Das ist falsch. Es ist genau umgekehrt: Nicht die fondsgebundenen Produkte haben Probleme und können Anleger teuer zu stehen kommen, sondern jene, die dazu verpflichtet sind, in erster Linie Staatsanleihen zu kaufen. Denn der Staat zahlt derzeit keine Zinsen mehr. Das trifft vor allem Versicherungslösungen. Auch fondsgebundene Riester-Produkte halten zwar Staatsanleihen, schon allein wegen der Beitragsgarantie. Aber nicht im selben Ausmaß wie reine Versicherungsprodukte.
procontra: Der Staat macht also mit seinen Niedrigzinsen die von ihm selbst geförderte Altersvorsorge kaputt?
Raffelhüschen: Der Staat kann schlichtweg keine höheren Zinsen zahlen, weil er kein Geld hat. Würden Bundesobligationen mit normalen Zinsen bedient, wäre der Bundeshaushalt platt. Und wenn die Landesschuldverschreibungen der Bundesländer mit normalen Zinsen bedient würden, hätten auch die Länder ein Problem. Wir sagen immer, die Südeuropäer können ihren Haushalt nicht vernünftig führen. Aber wir können es genauso wenig.
procontra: Sind kapitalmarktorientierte Vorsorgeprodukte ein Schritt in die richtige Richtung?
Raffelhüschen: Das kommt darauf an, wie der Rest des Portfolios aussieht. Man darf nie alle Eier in einen Korb legen, das wäre ein gewaltiger Fehler. Wenn man einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, der stark auf Staatsanleihen setzt, sollte man den Rest seines Geldes in Aktien oder Immobilien investieren – und umgekehrt. Wichtig ist, von allem ein bisschen zu haben. Darüber hinaus sollte man schrittweise in ein Investment einsteigen und auch schrittweise wieder aussteigen. Befolgt man diese Regeln, hat man nie Probleme. Auch jetzt nicht.
procontra: Das klingt einfach.
Raffelhüschen: Ja, nicht wahr? Eigentlich ist Vorsorge gar nicht schwierig: Wir haben eine gesetzliche, eine betriebliche und eine private Altersvorsorge. Innerhalb der privaten Altersvorsorge muss man überlegen, wie man investieren will. Der einzige Tipp, den man Menschen geben kann, ist, sich mit der privaten Altersvorsorge mindestens genauso lange zu beschäftigen wie mit dem Kauf eines Autos. Selbst das mit den Eiern und dem Korb haben die meisten Menschen in Deutschland aber noch nicht verstanden. Die private Altersvorsorge in Deutschland macht deshalb kaum Fortschritte. Die Vorsorgelücke wird immer größer.
procontra: Was kann man denn tun, damit die Deutschen endlich vorsorgen?
Raffelhüschen: Man sollte ihnen deutlich machen, dass sie sich informieren müssen. Sie müssen selbst nachschauen, welche Produkte wie refinanziert sind, was wo drin steckt und wie man sein Vermögen aufteilt, wenn man ein bestimmtes Produkt kauft. Die meisten Menschen wissen solche Dinge nicht, sie beschäftigen sich lieber mit dem nächsten Bundesligaspiel. Und Unwissenheit führt zu Ablehnung.
procontra: Sollte der Vertrieb etwas ändern? Er steht besonders oft in der Kritik.
Raffelhüschen: Der Vertrieb lebt davon, dass er etwas vertreibt. Das ist grundsätzlich nichts, was man kritisieren müsste. Kritik am Vertrieb ersetzt nicht die Eigeninitiative. Natürlich wird ein Vertrieb immer Geld verdienen wollen, und zwar so viel wie möglich. Das weiß man aber auch. Anleger sollten deshalb immer Angebote vergleichen. Wer glaubt, dass ein Bäcker mit dem Verkauf von Brötchen kein Geld verdienen will, dem ist nicht zu helfen.
procontra: Es mangelt also nicht an Anreizen und es liegt auch nicht am Vertrieb, dass die Deutschen kaum privat vorsorgen. Woran mangelt es dann? Brauchen wir mehr Vorsorgeprodukte, damit für jeden etwas Passendes dabei ist?
Raffelhüschen: Nein. Es gibt so viele Vorsorgelösungen, dass es jetzt schon schwierig ist, den Durchblick zu behalten. Ein noch größeres Angebot muss nicht sein. Zugegebenermaßen gibt es nicht nur gute Produkte, sondern auch schlechte. Das ist aber in jedem Markt so. Es gibt auch Bäcker, die gute Brötchen backen, und welche, die schlechte Brötchen backen. Das eigentliche Problem ist der ökonomische Analphabetismus der Deutschen, die kaum in der Lage sind, zwischen guten und schlechten Produkten zu unterscheiden.
procontra: Wenn man schlechte Brötchen kauft, ist aber höchstens der Sonntagmorgen im Eimer. Kauft man ein schlechtes Altersvorsorgeprodukt, ist vielleicht der Lebensabend ruiniert. Muss der Staat die Altersvorsorgeindustrie strenger regulieren, um ökonomische Analphabeten zu schützen?
Raffelhüschen: Die Regulierung ist meines Erachtens ausreichend, denken Sie etwa an die Zertifizierung von Riester-Produkten. Die meisten Menschen wissen aber nicht einmal, dass sie Staatsanleihen kaufen, wenn sie eine Rentenversicherung abschließen, oder dass sie mit einer Indexpolice in einen Index investieren. Bei so viel Unkenntnis hilft Regulierung nicht.
procontra: Gerade Indexpolicen werden immer wieder von Verbraucherschützern kritisiert, weil ihre Gewinne gedeckelt sind. Ist die Regulierung wirklich streng genug?
Raffelhüschen: Es ist der Job von Verbraucherschützern, zu kritisieren und strengere Regulierung zu fordern. Ein höherer Regulierungsgrad erhöht aber die Kosten der Anbieter und damit auch die Kosten für Investoren. Man muss Verhältnismäßigkeit wahren.
procontra: Schaut man auf den kläglichen Zustand der privaten Altersvorsorge und die wachsende Vorsorgelücke, ist die Lage einigermaßen dramatisch.
Raffelhüschen: Das ist nur zum Teil richtig. Immerhin ist die Rentenversicherung kein Sanierungsfall mehr. Sie wird halten, was sie verspricht, und den meisten Menschen eine auskömmliche Basisversorgung bieten. Man wird es damit aber nicht schaffen, im Ruhestand seinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten.
procontra: Die Rente ist also sicher?
Raffelhüschen: Die gesetzliche Rente wird sicher vor Altersarmut bewahren. Aber sie wird keinen adäquaten Ersatz für das letzte Nettoeinkommen darstellen. Dazu haben wir in Zukunft zu wenige Beitragszahler.
Das komplette Interview lesen Sie in der kommenden Printausgabe der procontra, die ab 14. Oktober 2016 erhältlich sein wird.
Veröffentlicht unterAltersvorsorge|Kommentare deaktiviert für Finanznachrichten ZukunftsVorsorge: „Das Problem ist der ökonomische Analphabetismus der Deutschen“
Im jüngsten Vermögensreport der Allianz fallen die Deutschen zurück – für die Allianz ist das „enttäuschend“. Dabei haben Versicherer wie die Allianz in der Vergangenheit entscheidend dazu beigetragen, dass die Deutschen einen Großteil ihres Geldes so renditeschwach anlegen, wie sie es jetzt tun.
Zum sechsten Mal in Folge lässt die US-Notenbank den Leitzins unangetastet. Gleichzeitig gab es aus Washington aber klare Signale: Im Dezember steht wohl die nächste Erhöhung an.
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Ist eine Welt ohne Bargeld nur eine Verschwörungstheorie? Ein Traum von Despoten und ein Albtraum für freiheitsliebende Bürger, die jedoch niemals Wirklichkeit werden? Zwei Männer kämpfen gegen das Bargeld und verschärfen in den letzten Monaten den Ton.
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Immer nett, immer auf dem aktuellen Stand, immer gut Beraten. Zu Terminen mit Herrn Kohl geht man gern. Wir gehen seit Jahren zum Finanzbüro Kohl und wurden bisher immer gut und ausführlich beraten.
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MG
20 Januar 2026
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Ich bin dankbar für die Hilfe bei der Abwicklung meiner zur Zeit notwendigen Änderungen. Ich schätze die Freundlichkeit, das Einfühlungsvermögen und die Diskretion.
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Sven R
20 November 2025
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Sehr zuvorkommende und ausführliche Beratung. Deshalb sind wir auch schon seit vielen Jahren Kunde bei Herrn Kohl
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Markus L
14 Juni 2025
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Super Beratung durch Herrn Kohl, sehr angenehm sind die Gespräche mit Ihm, die sehr tiefgründig sind. Sinnlose Verträge ala ich muss nur Geld als Anlageberater für mich verdienen , der Kunde ist mir egal, gibt es hier nicht.
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Ingrid E
8 Mai 2025
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Seit 1992 ist Herr Sven Kohl unser Berater. Erst in der EDV- Branche und später als Finanzberater. Wir sind von ihm immer gut und umfangreich beraten worden. Er hat uns Wege aufgezeigt auch mit wenigen Mitteln unsere Finanzen stabil zu halten bzw. zu mehren. Wir haben über Anlagestrategien beraten manche waren gut , zu anderen Dingen hat uns Herr Kohl abgeraten. Er nimmt sich, und das gilt auch für alle Mitarbeiter seines Büros, Zeit für seine Kunden. Es entsteht niemals der Eindruck, dass er nur den Verkauf im Fokus hat. Außerdem funktioniert der angebotene Service ausgezeichnet. Nach einem Beratungsgespräch bekommt man eine andere Sicht auf Dinge und regt zum Nachdenken an und ist zum Vorteil für den Kunden. Bitte weiter so und hoffentlich noch recht lange.
Ingrid Enke
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Veronika W
30 November 2024
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Herr Kohl bearbeitet seit über 10 Jahren meine finanziellen Anliegen. Er ist mir bei meinen Versicherungen und Anlagen eine sehr große Hilfe. Ich fühle mich sehr gut beraten und persönlich verstanden. Von meiner Seite her eine klare Empfehlung.
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Barbara B
26 November 2024
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Die Beratungen und die Gespräche sind unseren Bedürfnissen gut angepasst. Eine angenehme Atmosphäre und auch kompetent.
Wir bedanken uns auch bei Frau Senf.
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Peter R
2 Oktober 2024
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Ich werde immer sehr gut beraten bekomme schnell einen Termin und kann sich auch über andere wichtige Themen austauschen
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Benjamin E
13 August 2024
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Das Team von Sven Kohl ist sehr zu empfehlen. Bei einem sehr freundlichem Umgang wird sich Zeit genommen und es wird einem nichts aufgedrängt.
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